Startseite
  Über...
  Archiv
  Texte/Gedichte 2004
  Gedichte 2006
  Gedichte 2007
  Gedichte 2008
  Gedichte 2009
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 



  Letztes Feedback



http://myblog.de/ententanz

Gratis bloggen bei
myblog.de





ES-Gedanken

11.3.07 ( ca 3 Monate vor der Klinik) , 22:52 Uhr

 

Ich wünschte mir heute nichts sehnlicher als keine ES zu haben. Ich wünschte ich könnte all die Dinge tun, die andere machen. Ich wünschte ich könnte unbefangener sein. Wünschte, ich müsste nicht nahezu alles an meinem Körper hassen.

 

Ich hoffe so sehr, dass nicht noch so viele Mädchen in diese Scheiße reinkommen. Wenn ich mir vorstelle, dass noch SO viele andere Menschen vielleicht gerade wie ich dasitzen, sich die Augen ausweinen und am liebsten aus ihrer Haut fahren würden..

 

Es ist so schrecklich, das alles. Man frisst, ich weiß nicht warum. Man hat gar keine Lust mehr zu essen. Aber man tut es und man isst so enorme Mengen. Und man stürzt aufs Klo und kotzt alles aus. Und der Magen schmerzt. Man pendelt -fressen- Klo- Waage- Klo- fressen-...etc.

 

Und wehe die Waage zeigt dass nicht alles raus ist.. Und wehe man bekommt es dann nicht noch raus. Und wehe das geht über Tage und Wochen. Ja, dann sitzt man wie ich auf dem Badezimmerboden und heult . Heult sich die Schminke weg. Heult und denkt dabei daran, ob man dadurch vielleicht weniger wiegt, weil man Wasser verliert. Und findet diesen Gedanken selbst strohdumm. Weil man doch weint, weil man HASST. Weil man an sich runtersieht und feststellt was man alles hasst.

 

Ich hasse meine Füße. Ich hasse meine Beine, weil sie fett sind, zu behaart, unförmig. Ich hasse meinen Po. Weil er schwabbelt und fett ist. Ich hasse meinen Intimbereich. Hasse meinen Bauch und Rücken. Hasse meine Brüste. Hasse meine fetten Arme. Hasse mein fettes Gesicht. Ich hasse die kahlen Stellen hinter meinen Ohren. Ich hasse meine Nase.

 

Und es ist so ein verzweifeltes Hassen. Ein verzweifelter Kampf irgendwie mit dem fertig zu werden. Und so heult man eine Träne nach der anderen.

 

Ich wäre lieber wieder dort, damals als ich meine Arme aufgeschnitten habe. Damals hatte ich wenigstens irgendetwas das ich tun konnte. Damals habe ich mehr gewogen. Und ich hatte somit nicht diesen Druck, nicht mehr zuzunehmen. Gerade fühlt es sich an wie ein kompletter Kontrollverlust. ich werde wieder fetter. Und es entspricht doch nicht dem, wie es mir geht. Fett = gesund. Und ich fühle mich nicht so. Nicht gesund. Nicht gut.

 

Ich hasse mein Leben. Ich hasse es einkaufen zu gehen. Hasse es, weil ich nicht für mich, sondern für meine ES einkaufen gehe. Ich hasse es, dass sie mich so sehr einschränkt. Hasse, dass sie macht dass ich mich hassen muss.

 

Ich hasse es, dass sie mir jegliche Perspektiven ohne sie geraubt hat. Und ich hasse, dass alle Perspektiven MIT ihr, keine sind. Ich hasse, dass ich wegen ihr nicht leben kann. Ich hasse, dass ich durch sie früher sterben werde. Ich hasse, dass sie mir meine Träume genommen hat. Ich hasse, dass sie mich dazu treibt, mein Leben komplett nach ihr zu richten.

 

Und am Meisten hasse ich sie dafür, dass ich sie trotz Allem nicht loslassen kann.

24.4.10 11:55
 


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung